NFL: Spengemann on Trends & Takeaways | Sport

Große Unterhaltung kommt immer im Dreierpack. Indiana Jones zog in drei Filmen die Fans einer ganzen Generation in den Bann, Marlon Brando und Co. machten in den Paten 1–3 Angebote, die man nicht ablehnen konnte, und die echten Star-Wars-Filme um Luke, C-3PO und Han Solo waren auch eine Trilogie, über die man heute noch ins Schwärmen gerät.

Und in diese Klassikerliste der Couchunterhaltung schiebt sich an diesem Wochenende nun auch die NFL mit dem NFC-Finale zwischen den Rams und den Seahawks. Zwei megaspannende Duelle beider Teams im Laufe der regulären Saison bekommen jetzt einen finalen Abschluss, der aus Fansicht nicht besser hätte kommen können.

Am elften und sechzehnten Spieltag wurden wir NFL-Fans Zeugen der vielleicht ausgeglichensten Spiele der kompletten Saison. Beide Duelle waren ein Kampf, in dem die kleinsten Fehler zum Zünglein an der Waage wurden. In der Addition erzielten die Rams 58, während die Seahawks 57 Punkte erspielen konnten. Auch in der Yardausbeute beider Angriffsreihen ist der Unterschied minimal. LA schaffte 830 Yards, während Seattle sich mit 829 zufriedengeben musste.

Das Hinspiel gewannen die Rams knapp, während sich in der zweiten Partie die Seahawks kurz vor Schluss den Sieg sichern konnten.

Hintern versohlt: NFL-Stars demütigen ihren Gegner mit Gürtel

Quelle: BILD / NFL

Das NFC-Championship-Game verspricht also, eines dieser Spiele zu werden, die man nicht verpassen sollte. Rams gegen Seahawks – das ist gelebte Rivalität, die seit Jahren immer wieder Klassiker hervorgebracht hat, die man sich auch nach Jahren immer wieder voller Begeisterung ansehen kann. Wem der NFL-Doppelpack Deluxe am kommenden Sonntag also nicht ausreicht, der sollte sich einfach mal zur Einstimmung die zwei Spiele der beiden Teams aus dem Jahre 2002 zu Gemüte führen.

Während die Seahawks durch ihren ersten Platz in der gesamten NFC nach der regulären Spielzeit die erste Runde der Playoffs aussetzen durften, mussten die Rams schon in der Wild-Card-Runde ran. Rams-Spielmacher Matthew Stafford und Co. legten auf dem Weg bis heute zwei beeindruckende Auswärtssiege hin. Sowohl die Partie gegen die Panthers als auch der Verlängerungskrimi letzte Woche bei den Bears haben gezeigt, aus welchem harten Holz die Rams geschnitzt sind. Egal, was LAs Gegner versuchte, die Rams hatten auf beiden Seiten des Balls nicht nur die passende Antwort parat, sondern verloren auch niemals den Glauben an sich selbst. Ein Faktor, der im Hexenkessel von Seattle mehr als wichtig sein wird.

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Denn für die Seahawks war die Niederlage in Los Angeles die bis heute letzte. Seither feierten Spielmacher Sam Darnold und Co. nun sage und schreibe acht Siege am Stück. Was mich dabei allerdings noch mehr zu beeindrucken weiß, ist die Tatsache, dass die Seahawks-Defense seit dem vorletzten Spieltag keinen einzigen Touchdown mehr zugelassen hat. Wenn der Gegner zu Punkten kam, dann waren es nur Field Goals.

„Defense wins Championships“ – das ist eine alte NFL-Weisheit, deren Wahrheitsgehalt dieses Jahr von den Seahawks belegt werden könnte.

Der Einzug in den Super Bowl steht und fällt nämlich mit der Leistung der Seahawks-Verteidigung. Mit den Rams kommt die effektivste Offense der gesamten NFL zum Showdown nach Seattle. Ja, Matthew Stafford durchlebte zuletzt auf dem Feld zwar Höhen und Tiefen, war aber immer dann zur Stelle, wenn es drauf ankam. Speziell in der Kombination mit seinem Wide Receiver Puka Nacua schaffte er es immer wieder, das Unmögliche möglich zu machen.

Doch Matthew Stafford gegen die Seahawks ist alles andere als konstant. Im ersten Spiel gegen Seattle in Woche 11 schaffte er es gerade mal, für 130 Yards zu werfen – sein persönlicher Tiefstwert der gesamten Saison. Wohingegen er in Woche 16 mit 457 Yards mal eben seinen persönlichen Bestwert erzielen konnte.

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Staffords Leistungen brachten ihm persönlich eine Nominierung zur Wahl des wertvollsten Spielers ein und machten seine Offense auch zur besten, was die erspielten Yards angeht. Doch am kommenden Sonntag hat er es mit einer Defense zu tun, die ihrerseits die meisten Punkte erzielte.

Solch ein Duell gab es in der langen Geschichte der NFL in den Playoffs erst sechsmal. Das letzte Mal war im Jahre 2013, als Legenden-Spielmacher Peyton Manning mit seinen Broncos im Super Bowl auf die Seahawks traf und sich an Seattles Defense die Zähne ausbiss. Ein Fakt, den auch Rams-Headcoach Sean McVay im Hinterkopf haben wird, wenn er sich die zwei ersten Spiele seines Teams gegen Seattle wieder und wieder ansehen wird, um den richtigen Plan für Sonntag zu erarbeiten.

Die Passverteidigung der Seahawks rund um Devon Witherspoon und Coby Bryant kann zum Sargnagel für die Super-Bowl-Hoffnungen der Rams werden. Doch der Headcoach der Rams, McVay, hat in den letzten Jahren immer wieder bewiesen, dass er durch seine Kreativität stets das ein oder andere Play parat hat, das den Gegner auf dem falschen Fuß erwischen kann. Doch auch sein Gegenüber Mike Macdonald gehört zu den Besten seiner Zunft und hat seit seiner Ankunft vor nun knapp zwei Jahren in Seattle immer wieder bewiesen, dass auch er mit dem ein oder anderen Ass im Ärmel am Spieltag unterwegs ist.

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Es wird also mehr als spannend in der Nacht von Sonntag auf Montag. Wer schafft es schneller und besser, seine Spielmacher in Szene zu setzen? Für die Seahawks kann der Fokus hierbei nur auf diesen Punkten liegen:

  1. Sam Darnold – nur wenn er konstant an die Leistungen anknüpft, die er u. a. im letzten Spiel gegen die Rams gezeigt hat, und souverän mit Vollgas seine Offense führt, hat Seattle eine Chance. Eine Leistung wie letzte Woche gegen die 49ers, als Darnold nur 124 Yards erwerfen konnte, kann man sich gegen die Rams nicht erlauben.
  2. Cooper Kupp – der ehemalige Rams-Receiver wird sich mit einem extra großen Löffel aus dem Motivationsglas bedienen. Kann er doch seinem Ex-Arbeitgeber mal so richtig in die Suppe spucken. Das Spiel letztes Wochenende gegen die 49ers hat gezeigt, wie wichtig auch die Helden aus der zweiten Reihe im Angriff der Seahawks sind. Wenn sein Kollege und Top-Receiver Jaxon Smith-Njigba vom Gegner durch gute Deckungsarbeit aus dem Spiel genommen wird, hat Darnold hier einen Spieler parat, der jederzeit dem Spiel seinen Stempel aufdrücken kann.
  3. Kenneth Walker – nach der Verletzung des zweiten Running Backs der Seahawks, Zach Charbonnet, ruht die Hoffnung seines Teams auf den Beinen von Walker. Dieser hatte in beiden Spielen gegen die Rams jeweils mehr als 100 Yards und einen Touchdown erlaufen können und ist damit neben Bijan Robinson von den Falcons der einzige Running Back, dem dieses Kunststück im Jahre 2025 gegen die Rams gelang. Kommt er gut ins Spiel, steigert dies die Chancen der Seahawks gewaltig.

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Für die Rams stehen diese Punkte in mindestens Schriftgröße 20 auf dem To-do-Zettel:

  1. Kyren Williams und Blake Corum – nur wenn die Rams es schaffen, durch ihre zwei Running Backs ihrer Offense eine funktionierende Mehrdimensionalität zu verleihen, hat LA eine Chance, lange Drives zu spielen. Seattles Defense muss so in Situationen gebracht werden, in denen sich die erste und zweite Verteidigungslinie nicht nur auf die reine Jagd nach Stafford konzentrieren kann.
  2. Parkinson und Higbee – Staffords Augen sollten sich regelmäßig auf die Suche nach seinen zwei Tight Ends begeben. Die Seahawks-Defense hat u. a. gegen die 49ers gezeigt, dass die Schwachstelle ihres Bollwerks im Decken der großen Jungs liegt. Los Angeles’ Tight Ends haben letzte Woche gegen Chicago beide mehr als gut funktioniert. Zusammen schafften sie es, wichtige 83 Yards zu sammeln, und hielten so in entscheidenden Momenten ihr Team im Spiel.
  3. Coleman Shelton und Co. – die O-Line der Rams steht vor einer Mammutaufgabe. Den Pass-Rush der Seahawks zu stoppen, ist fast schon ein Ding der Unmöglichkeit. Gegen Chicago letzte Woche ging Stafford viermal zu Boden und hatte öfter den einen oder anderen Spieler der Bears Angesicht zu Angesicht vor sich, als ihm lieb war. Nur mit der ein oder anderen Extrasekunde Zeit kann sich das gefährliche Passspiel der Rams entfalten.

Die Seahawks gehen als Favorit in dieses Spiel – auch wegen des Heimvorteils in ihrem extrem lauten Stadion. Doch die Rams haben zuletzt in Chicago bewiesen, dass sie auch in den schwierigsten Auswärtsumgebungen die engen Spiele gewinnen können. Daher ist es wirklich wie damals, als ich in der Kinoschlange anstand, um mir den dritten Teil von Indiana Jones anzusehen: Vorfreude pur auf das Finale der Trilogie „Best of the West“.

Mehr NFL gibt es im Podcast. Jeden Montag und Freitag nehme ich hier mit meinem Kollegen Mike Stiefelhagen alles unter die Lupe, was rund um den Spieltag Thema ist. Von der Analyse der einzelnen Partien bis hin zu den neuesten News ist immer alles dabei, was das Football-Fanherz begehrt.

Marcus Cole

Marcus Cole is a senior football analyst at Archysport with over a decade of experience covering the NFL, college football, and international football leagues. A former NCAA Division I player turned journalist, Marcus brings an insider's understanding of the game to every breakdown. His work focuses on tactical analysis, draft evaluations, and in-depth game previews. When he's not breaking down film, Marcus covers the intersection of football culture and the communities it shapes across America.

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