Ende Dezember in der Easycredit Basketball-Bundesliga – und Alba Berlin gewinnt plötzlich ein Spiel vom ersten Spieltag! Der Hauptstadtklub holt das Nachholspiel gegen die MHP Riesen Ludwigsburg am Montagabend nach und setzt sich mit 80:47 durch. Eine Partie mit kurioser Geschichte, viel Aufregung – und einem klaren Sieger.
Für Alba ist es allerdings noch nicht der letzte Auftritt des Jahres 2005. An Silvester müssen die Berliner erneut ran. Um 12.30 Uhr geht es zu Hause gegen Braunschweig, Dyn überträgt live.
Der große Aufreger ereignet sich zwei Minuten und 53 Sekunden vor dem Ende des zweiten Viertels. Die Schiedsrichter unterbrechen das Spiel abrupt. Der Grund: Ein Werbe-Aufkleber hat sich auf dem Parkett gelöst. Die Verletzungsgefahr ist hoch.
Dyn-Kommentator Stefan Koch, früher selbst erfolgreicher Basketball-Coach, platzt der Kragen. „Eines meiner Lieblingsthemen. Ich lasse mich mal wieder drüber aus: Es kann nicht sein, dass in deutschen Basketball-Hallen immer wieder diese Aufkleber da sind, selbst, wenn sie sich nicht lösen wie hier, haben sie eine komplett andere Rutschfestigkeit als das Parkett.“
„Auf Kosten der Gesundheit!“: Aufkleber-Chaos in der Basketball-Bundesliga
Koch wird deutlich: „Es sind schon so viele Spieler auf diesen Aufklebern ausgerutscht. Und nicht alle, aber es gibt genügend, die sich dabei schwere Verletzungen zugezogen haben. Die Liga muss handeln! Das kann nicht so weitergehen. Ich verstehe, dass Geld reinkommen muss, dass Sponsoren gesehen werden wollen. Aber es kann nicht auf Kosten der Gesundheit der Akteure gehen.“
Mehrere Helfer, darunter auch eine junge Frau, kommen aufs Feld. Sie versuchen, den Aufkleber mit Klebeband zu fixieren. Der Erfolg ist überschaubar. Koch stöhnt hörbar: „So wie das aussieht, sieht das nicht wirklich gut aus. Es kann nicht sein, dass darauf ein BBL-Spiel stattfindet. Das ist wirklich mehr als notdürftig.“
Der Werbe-Aufkleber von einem Sponsor hat sich vom Hallenboden gelöst
Dann wird aus der Warnung bittere Realität. 47 Sekunden vor der Pause rutscht Ludwigsburgs Elijah Hughes nach einer Abwehraktion vor dem eigenen Korb aus. Er bleibt am Boden liegen, hält sich die Hände vors Gesicht.
Koch schreit ins Mikrofon: „Das ist genau das, was ich meine! Wo ist er ausgerutscht? Genau auf diesem Aufkleber! Das kann nicht sein! Das linke Knie. Er rutscht weg. Auf diesem Aufkleber, der überhaupt keine Rutschfestigkeit hat. So kannst du nicht mit Athleten umgehen, deren Körper ihr Kapital ist. Das geht nicht!“
Hughes muss von zwei Betreuern vom Feld getragen werden. Koch tobt weiter: „So, jetzt hat Ludwigsburg einen ganz wichtigen Spieler wahrscheinlich für heute verloren, vielleicht auch für länger. Und ich weiß nicht, wann die Manager sich mal zusammensetzen werden und sagen: Das geht nicht mehr, das muss weg!“
Die Fans staunen!: Kommentator zeigt coolen Basketball-Trick
Auch Ludwigsburgs Brandon Tischler äußert sich in der Pause zur Problematik und sagt klar: „Das ist auf jeden Fall verbesserungswürdig!“
Sportlich ist die Partie da längst entschieden. Nach einem starken zweiten Viertel lässt Alba Berlin nichts mehr anbrennen und holt sich am Ende einen verdienten Sieg.
Die weiteren Spiele am Montagabend: Ratiopharm Ulm — Fitness First Würzburg Baskets 66:61.