Die deutschen Basketballerinnen haben beim Heim-Turnier in Berlin den Einzug ins WM-Finale verpasst und müssen sich nach einer 64:86 (38:45)-Halbfinalniederlage gegen Frankreich auf das Spiel um die Bronzemedaille vorbereiten. Vor 12.650 Zuschauern in einer ausverkauften Arena hielt die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) über weite Strecken ordentlich dagegen, konnte den Druck des ungeschlagenen Favoriten nach der Halbzeitpause jedoch nicht mehr entscheidend kontern.
Starke Französinnen stoppen deutschen WM-Lauf
Die historische Bilanz sprach vor der Partie klar für den Weltranglistenzweiten: Aus 42 vorherigen Duellen hatte Deutschland 33 Niederlagen verbucht, der letzte Sieg datierte aus dem Jahr 1994. Auch bei den Olympischen Spielen in Paris hatte das DBB-Team im Viertelfinale mit 71:84 den Kürzeren gezogen.
Trotz dieser Vorzeichen starteten die Gastgeberinnen engagiert. In der Offensive lief viel über Nyara Sabally und Kapitänin Marie Gülich, die die französische Defensive unter dem Korb immer wieder vor Probleme stellten. Leonie Fiebich versenkte ihre ersten beiden Drei-Punkte-Würfe und hielt das Spiel im ersten Durchgang offen, wenngleich sich die DBB-Auswahl im ersten Viertel bereits vier Ballverluste leistete. Frankreich, angeführt von Topscorerin Gabby Williams, rettete eine knappe Führung in die Halbzeitpause (45:38).
Vorentscheidung im dritten Viertel und zu viele Ballverluste
Der Start in die zweite Hälfte misslang den Gastgeberinnen grundlegend. Die Französinnen erhöhten den Druck auf den Ball massiv und erarbeiteten sich durch einen 9:0-Lauf schnell die erste zweistellige Führung (49:38 in der 22. Minute). Zwar beendete Sabally die Phase mit einem Korb und ließ prompt einen eigenen Dreier folgen, doch die Fehlerquote im deutschen Aufbauspiel blieb ein Stolperstein. Nach dem 18. deutschen Ballverlust schraubte Williams den Vorsprung auf 60:47 (29. Minute).

Im Schlussviertel stemmte sich die deutsche Mannschaft mit viel Energie gegen die Niederlage. Emily Bessoir verkürzte den Rückstand in der 35. Minute noch einmal auf neun Punkte (60:69). Die französische Auswahl zeigte sich jedoch unbeeindruckt, behielt in den entscheidenden Aktionen die Übersicht und brachte den Sieg souverän über die Zeit. Mit 22 Punkten war Williams die erfolgreichste Werferin der Partie, während Sabally und Gülich mit jeweils zwölf Zählern die teaminternen Bestwerte für das DBB-Team setzten.
Blick nach vorn: Das Spiel um Platz drei am Sonntag
Trotz der Enttäuschung über das verpasste Endspiel bleibt das Turnier in der Hauptstadt das erfolgreichste Abschneiden in der Geschichte des deutschen Frauen-Basketballs. Bei der Weltpremiere 1998 in Deutschland war für die Auswahl nach der Zwischenrunde Endstation gewesen; die DDR-Auswahl hatte 1967 bei ihrer einzigen Teilnahme den vierten Platz belegt.
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Für das Team von Bundestrainer Lange geht es nun am Sonntag um 16:30 Uhr im Spiel um die Bronzemedaille weiter.
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