Vor den Augen von DFB-Sportdirektor Rudi Völler drehten die bayerischen Schwaben die Partie nach einem Pausenrückstand durch vier Tore in der zweiten Halbzeit komplett und verdarben damit Eintracht-Rückkehrer Adi Hütter das Heim-Comeback als Trainer.
Frühe Frankfurter Führung durch Jonathan Burkardt
Die Begegnung begann vor heimischem Publikum in Frankfurt ganz nach dem Geschmack der Eintracht. Die Hausherren rissen sofort die Spielkontrolle an sich, drängten die Gäste tief in deren eigene Hälfte und ließen Ball und Gegner laufen.
Diese optische Überlegenheit zahlte sich bereits in der 6. Minute aus. Nach einem sehenswerten Angriff über Kosugi, Uzun und Ebnoutalib schlug die Eintracht eiskalt zu: Jonathan Burkardt verwertete eine präzise Flanke aus kurzer Distanz per Kopf zum 1:0 für die Gastgeber. Auch im weiteren Verlauf des ersten Durchgangs blieben die Hessen das gefährlichere Team und ließen weitere Gelegenheiten ungenutzt, während die Augsburger Offensive kaum nennenswerte Akzente setzen konnte.
Blitzstart und Doppelschlag nach dem Seitenwechsel
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Geschehen auf dem Platz fundamental. Der FC Augsburg kam mit Tempo aus der Kabine und nutzte eine unaufmerksame Phase der Frankfurter Hintermannschaft gnadenlos aus. Gerade einmal 103 Sekunden lagen zwischen den beiden Treffern, die das Spiel komplett auf den Kopf stellten.
Zunächst brachte Marius Wolf eine hohe Hereingabe in den Strafraum, wo sich Debütant Ibrahimovic im Kopfballduell durchsetzte. Der Ball wurde leicht abgefälscht und schlug in der 46. Minute zum 1:1-Ausgleich im Tor ein. Beflügelt von diesem schnellen Erfolgserlebnis drängte der FCA weiter nach vorn. Nur Augenblicke später zog Ibrahimovic von halblinks ab. Eintracht-Torwart Noah Atubolu konnte den an sich harmlosen Flachschuss nicht festhalten und ließ das Spielgerät nach vorn abprallen, wo Robin Fellhauer am schnellsten reagierte und in der 47. Minute aus kurzer Distanz zum 2:1 für die Gäste einschob.
Claude-Maurice und Rieder besiegeln den Auswärtssieg
Die Eintracht versuchte in der Folge, auf den überraschenden Rückstand zu reagieren und das Spiel wieder an sich zu reißen, während Augsburg auf Konter lauerte. FCA-Trainer Manuel Baum bewies dabei mit seinen Einwechslungen ein glückliches Händchen. Nach einer sehenswerten Kombination über Gregoritsch und Massengo setzte sich Claude-Maurice im linken Halbraum durch und schlenzte den Ball unhaltbar ins lange Eck.
Den Schlusspunkt unter eine unterhaltsame und torreiche Begegnung setzte Fabian Rieder in der 89. Minute. Der Mittelfeldspieler traf per direktem Freistoß unhaltbar zum 4:1-Endstand und besiegelte damit den zweiten Sieg im zweiten Saisonspiel für die Schwaben.
Statistik und Aufstellungen
Mit diesem Auswärtserfolg übernimmt der FC Augsburg vorerst die Tabellenführung der Fußball-Bundesliga. Für Eintracht Frankfurt bedeutet die Niederlage einen herben Rückschlag beim Trainer-Comeback von Adi Hütter.

Eintracht Frankfurt: Atubolu – Baum (69. Chandler), R. Koch, Brassier, Kosugi – M. Götze (69. Chaibi), Onyedika – Doan (87. Pimpong), Uzun (69. Amaimouni-Echghouyab) – Ebnoutalib, Burkardt (Trainer: Adi Hütter)
FC Augsburg: Dahmen – Banks, Matsima, Brackelmann (84. Gouweleeuw) – Marius Wolf (72. Seol), Massengo, Rieder, Behrens – Ibrahimovic (61. Kömür), Fellhauer (62. Claude-Maurice) – Gregoritsch (72. R. Ribeiro) (Trainer: Manuel Baum)
Schiedsrichter: Daniel Schlager (Rastatt)