Aufregung beim Zweitliga-Auftakt in Bochum: Fans von Gegner Hertha BSC entrollten ein Banner und sorgten für eine Spielunterbrechung. Das Auftaktspiel der 2. Fußball-Bundesliga zwischen dem VfL Bochum und Hertha BSC wurde am Freitagabend im Ruhrstadion für mehrere Minuten unterbrochen, weil Anhänger der Berliner Gäste ein Fluchttor mit einem großen Zaunbanner verdeckt hatten. Schiedsrichter Wolfgang Haslberger stoppte die Partie in der 21. Minute, nachdem eine vorherige Aufforderung des Stadionsprechers ohne Einlenken der Fans geblieben war.
Spielunterbrechung im Ruhrstadion nach Fan-Protest
Die Begegnung geriet in der ersten Halbzeit in den Hintergrund, als das im Gästeblock angebrachte Banner die Sicht auf ein wichtiges Fluchttor versperrte. Bereits in der 13. Minute hatte der Stadionsprecher des VfL Bochum die Berliner Anhänger erstmals dazu aufgefordert, das Zaunbanner mit der Aufschrift „Das Relikt des Arbeiterclubs: Wir malochen, ihr kassiert“ abzunehmen. Zugleich wies der Sprecher darauf hin, dass bei einem Verbleib eine Spielunterbrechung drohe.
Weil die Fans der Gäste der Aufforderung nicht nachkamen, wiederholte der Stadionsprecher die Durchsage wenige Minuten später. Als sich daraufhin weiterhin nichts bewegte, zog Schiedsrichter Wolfgang Haslberger in der 21. Minute die Konsequenzen und unterbrach die Partie. Der Unparteiische ging direkt zum Spielfeldrand und suchte das Gespräch mit den beiden Mannschaftskapitänen Timo Horn und Josip Brekalo, um die Lage zu besprechen.
Hertha-Fans erklären die Beweggründe für die Aktion
Es dauerte rund sechs Minuten, ehe die Berliner Anhänger das umstrittene Banner schließlich einrollten und den Weg am Fluchttor wieder freigaben. Nach Angaben der „Fanszene Hertha BSC“ handelte es sich bei der Aktion um einen bewusst herbeigeführten Protest. In einer am Spieltag veröffentlichten Stellungnahme kritisierten die Anhänger unter anderem steigende Ticketpreise, verschärfte Einlasskontrollen und den Umgang der Politik mit der organisierten Fankultur.
Die temporäre Verzögerung des Spiels war nach Darstellung der Fankurve als symbolische Protestaktion gegen diese Entwicklungen gedacht. Das Ruhrstadion in Bochum ist in der Vergangenheit bereits mehrfach Schauplatz ähnlicher Fan-Proteste im Gästeblock gewesen. Unter anderem hatten in früheren Spielzeiten bereits Anhänger des VfB Stuttgart und von Borussia Mönchengladbach für vergleichbare Spielunterbrechungen gesorgt.
Wie es nach dem Auftaktvorfall weitergeht
Nachdem das Banner entfernt worden war, konnte Schiedsrichter Haslberger das Zweitliga-Duell fortsetzen.
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