Sahnetag mit Zucker-Tor für die Berliner! Hertha holt endlich wieder drei Punkte und meldet sich mit dem 3:0 in Elversberg im Aufstiegsrennen der 2. Liga zurück. Nach sechs Spielen ohne Sieg belohnen sich die Berliner.
Trainer Stefan Leitl (48) erklärt den Befreiungsschlag und seinen Konter-Matchplan: „Klar war Elversberg überlegen, das wollten wir auch. Wir wollten heute nicht so in diese Ballbesitzphasen kommen wie letzte Woche, weil wir in die Umschaltsituationen kommen wollten. Aufgrund des guten Spiels von Elversberg musst du auch ein Stück weit leiden.“
Eine Spielweise, die Hertha im Herbst mit fünf Liga-Siegen in Folge so erfolgreich gemacht hat. Unsexy – aber geil! Elversberg macht das Spiel, hat 20 zu 6 Torschüsse, aber Hertha macht die Tore trotz nur 41 Prozent Ballbesitz. Für die Führung im ersten Durchgang sorgt Sechser Klemens per Kopfball nach Ecke von Paul Seguin (42.). Danach spielt es Hertha – anders als vergangene Woche gegen Darmstadt (2:2 nach 2:0) – souverän zu Ende. Schuler (57.) und Leistner (78.) machen mit ihren Toren den Deckel drauf.
Vor allem das Schuler-Tor ist spielerisch zum Zunge-schnalzen: Seguin spielt einen langen Pass auf Reese, der im vollen Lauf den Ball mit dem Kopf mitnimmt. Der Kapitän legt am Strafraum quer auf Schuler – Zack! Der Angreifer schießt abgezockt nach toller Ballmitnahme in die linke Ecke – Zack. Ein Zucker-Tor des zuletzt viel kritisierten Mittelstürmers! Leitl schwärmt: „Das 2:0 haben wir sensationell herausgespielt. Wirklich hervorragend.“
Elversberg verliert erstmals zu Hause
Für Elversberg ist es die erste Heimniederlage. Zuvor hatten die Saarländer im Stadion an der Kaiserlinde letztmals im Mai 2025 verloren – im Relegationsspiel gegen Heidenheim (1:2). Entsprechend bedient ist man beim Dorf-Klub.
Tom Zimmerschied (27) sauer: „Hertha kommt hierher, stellt sich 90 Minuten hinten rein und versucht, über lange Bälle und ihre Flügel erfolgreich zu werden. Wir als kleine SV Elversberg hingegen versuchen, geilen Fußball zu spielen.“
Der Hertha kann’s egal sein! Der Hauptstadt-Klub rückt damit mindestens fünf Punkte auf den Relegationsplatz ran, ballert sich für das Pokal-Viertelfinale am Dienstag gegen Freiburg (20.45 Uhr, Sky) warm und verabschiedet sich von der Ergebniskrise – ausgerechnet gegen den Tabellenzweiten!