Das sieht man selten in der NBA! Jamahl Mosley, Coach der Orlando Magic, griff Dienstagnacht während des Spiels gegen Washington Wizards zu einer ungewöhnlichen Maßnahme, um die Spieler seiner Startformation abzustrafen.
Im dritten Viertel sahen sich die Magic nach einer miserablen Vorstellung einem Rückstand von 26 Punkten gegenüber, als Mosley die Reißleine zog: Alle Starter, darunter DBB-Star Tristan da Silva (24), mussten geschlossen vom Parkett, die Reservisten durften übernehmen.
Das Mittel zeigte Wirkung – die Kräfte von der Bank bliesen zur Aufholjagd und hatten sich bis zur Hälfte des letzten Durchgangs bis auf zwei Zähler herangekämpft. Normalerweise wären jetzt wieder die Starter gekommen, um die entscheidenden Minuten zu spielen. Doch Mosley ließ da Silva & Co. auf der Bank schmoren, legte sein Vertrauen in die Spieler, die die Partie wieder knapp gemacht hatten.
Die beiden Wagner-Brüder Moritz (l./28) und Franz (24) müssen aktuell verletzt aussetzen
NBA: Deshalb ließ der Magic-Coach die Starter draußen
Der Grund? „Weil sie es waren, die uns zurück ins Spiel gebracht haben. Und genau das haben sie sich verdient, auf dem Feld zu stehen. Diese Gruppe hat gekämpft, hatte Energie, Spirit und Kampfgeist. Genau das erwarten wir von jedem Spieler, der das Feld betritt, und genau das haben sie geliefert“, erklärte der Coach nach Spielende – und scheint genau diese Tugenden bei seinen Startern zu vermissen.
Angesichts deren Leistung gegen die Wizards ist dies auch durchaus nachvollziehbar, doch zum Sieg führte die ungewöhnliche Maßnahme Mosleys auch nicht. Am Ende hieß es trotz der guten Bank-Performance 120:112 für Washington.
Bitter für die Magic: Vermeintlich vermeidbare Niederlagen wie diese können sich die Orlando Magic eigentlich nicht leisten. Auch durch die Verletzungen der Wagner-Brüder Franz (24/Knöchelverstauchung) und Moritz (28/Kreuzbandriss) bleibt das Team bisher unter den Erwartungen zurück, rangiert auf Platz 6 im Osten.
Immerhin: Auch wenn Mosleys Aktion gegen die Wizards keinen Sieg einbrachte, scheint sie zumindest als Weckruf für die Profi-Basketballer funktioniert zu haben. So schlugen die Magic vergangene Nacht die Brooklyn Nets – auch dank starker Leistungen der Starter. Paolo Banchero (30 Punkte) und Wendell Carter Jr. (20 Punkte) waren die Topscorer Orlandos, während auch Noah Penda (13 Punkte) seine Minuten von der Bank nutzen konnte.