Beim Training an der Universität von Washington in Seattle bekommt Hannes Steinbach (19) regelmäßig prominenten Besuch. Ex-NBA-Star Detlef Schrempf (62), der früher auf dieselbe Uni ging, gehört zum Betreuerstab der Huskies. „Immer, wenn ich eine Frage habe, kann ich mich an ihn wenden“, sagt Steinbach.
Der Zuspruch des dreimaligen NBA-Allstars hilft: Steinbach schlägt in seinem ersten Jahr in der College-Liga voll ein. Seine Statistiken sind mit 18,1 Punkten und 12,0 Rebounds pro Spiel überragend. „Ich brauchte eine Eingewöhnungszeit, jetzt fühle ich mich richtig wohl“, sagt er. Steinbach ist nur einer von fünf deutschen Basketball-Jungstars, die in der US-College-Liga für Furore sorgen. Auch Johann Grünloh (20/Virginia Cavaliers), Sananda Fru (22/Louisville Cardinals), Ivan Kharchenkov (19/Arizona Wildcats) und Christian Anderson (19/Texas Tech Red Raiders) trumpfen auf.
Basketball-College-Liga: Deutsche Talente trumpfen in der NCAA auf
Steinbach wird bereits in der Kandidatenliste für den nächsten NBA-Draft im Juni 2026 in den Top 20 gerankt. „Ob es schon im nächsten Jahr so weit sein wird, muss man schauen. Aber mein Ziel ist auf jeden Fall, irgendwann in der NBA zu spielen“, sagt er. Vergangene Saison spielte der Power Forward noch für Würzburg in der BBL. Er wäre nach Dirk Nowitzki (47) und Maxi Kleber (33) der dritte Würzburger in der besten Liga der Welt. Mit Nowitzki warf Steinbach als Kind Bälle auf den Korb, da sein Vater Burkhard (55) ein Teamkollege des späteren NBA-Meisters war.
Johann Grünloh (20/Virginia) wurde bei Rasta Vechta zum BBL-Star
Seit dieser Saison können die College-Spieler viel Geld verdienen. Steinbach kommt auf etwa eine Million Euro brutto pro Jahr. „Der finanzielle Aspekt hat bei meiner Entscheidung natürlich eine Rolle gespielt“, sagt er. „Aber wenn die sportliche Perspektive nicht gepasst hätte, wäre ich in Würzburg geblieben.“ Steinbach hat nur drei Vorlesungen pro Woche (Englisch, Bio, Geologie), ansonsten konzentriert er sich auf Basketball.
Johann Grünloh wagte aus Vechta den Sprung nach Virginia. Dort überzeugt er durch seine Vielseitigkeit und Block-Stärke. Die neue Umgebung beeindruckt ihn: „Die Trainings-Facilities sind ein anderes Level hier. Im Arena-Gebäude ist die Trainingshalle integriert. Es gibt einen Kraftraum und zwei Basketball-Felder. In der Mitte ist ein Physio-Bereich. Es gibt Lounges, in denen wir essen können.“ Das tägliche Pensum besteht aus 45 Minuten Kraft-, 30 Minuten Video- und 120 Minuten Basketball-Training. Dazu macht Grünloh meist noch 20 Minuten extra.
Chris Anderson (19) gilt als der legitimer Dennis-Schröder-Nachfolger
Mit tollen Statistiken wartet Christian Anderson auf. Der Guard macht 20,5 Punkte und 7,5 Assists pro Spiel. Dreimal lief er bereits für die deutsche Nationalmannschaft auf. Ivan Kharchenkov verließ Meister Bayern und spielt nun für die Arizona Wildcats. Seine Leistungen schwanken zwar noch (9,3 Punkte pro Spiel), aber auch ihm wird eine große Zukunft vorhergesagt. Sananda Fru spielt nach fünf Jahren in Braunschweig für die Louisville Cardinals und kommt auf Anhieb gut zurecht. Seine Trefferquote von 78,8 Prozent ist eine der besten in der NCAA. Die US-College-Liga ist in Deutschland bei Dyn zu sehen. Der Sport-Streamingdienst, der auch alle BBL-Spiele überträgt und wie SPORT BILD und BILD mehrheitlich zu Axel Springer gehört, zeigt wöchentlich Highlight-Spiele aus der NCAA – auch bei der March Madness.
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