Rekordzahlen bei Regionalligist Carl Zeiss Jena!
Bei der Mitgliederversammlung verkündeten die Thüringer am Samstag einen Jahresertrag von knapp 7,5 Millionen Euro. „Das stellt eine Verdopplung innerhalb von knapp zwei Jahren dar“, sagte Manager Patrick Widera (46). Und trotzdem: Es bleibt ein dickes Minus von 450.000 Euro!
Widera stellt klar: „Wir sind kein Verein mehr, der ein Einnahmeproblem hat. Es sind die Ausgaben, die uns Sorge bereiten.“
Tatsächlich sprudeln die Einnahmen aus allen Richtungen: knapp 2,7 Millionen Euro Sponsorengelder, über 1,2 Millionen durch Merchandising, fast 2,1 Millionen Euro durch Einnahmen aus dem Spielbetrieb. Dazu gehören vor allen Dingen die Ticketverkäufe. Mit 3200 Dauerkarten hat der FCC auch hier einen neuen Rekord aufgestellt. Hinzu kommen 316.000 Euro aus Transfererlösen.
Carl Zeiss kämpft mit hohen Stadionkosten
Doch diese Kohle fließt nur zu einem Bruchteil in die Profimannschaft, die unbedingt in die 3. Liga aufsteigen soll.
Widera: „Es sind die Infrastrukturkosten, die steigen.“ Allein fürs Stadion fallen eine halbe Million Euro an Miete pro Jahr an. Hinzu kommen die Kosten für Ordner. Bei einem normalen Heimspiel sind 90 Sicherheitskräfte im Einsatz, bei Hochsicherheitsspielen gleich mal 250. Über die Saison hinweg muss Carl Zeiss da knapp 600.000 Euro blechen. Etwa 4,3 Millionen Euro kommen so zusammen. Für Personalkosten gibt der Klub insgesamt 3 Millionen Euro aus.
Noch liegen 450.000 Euro Kapital von Mitgesellschafter „Jen-Arena“ auf der hohen Kante. Doch schon jetzt ist klar, dass das spätestens im Herbst 2026 alle sein wird. Carl Zeiss ist weiter gezwungen, zu sparen – und auch auf den Klassenerhalt der Frauen zu hoffen. Die erwirtschaften gemeinsam mit der A-Jugend ein Plus von einer knappen halben Million Euro. Und das wird dringend gebraucht, um die Stadionmiete mitzufinanzieren.
In den kommenden zwei Jahren will Widera die schwarze Null erreichen. Potenziale sieht er viele. „Ein regelmäßiges Eröffnungsspiel als Highlight im Sommer, Merchandising, dazu gibt es zwei neue Mitarbeiter in der Sponsorenakquise“, sagt er. Die Qualifikation für den DFB-Pokal ist ebenso ein wichtiges Element, um die Deckungslücke weiter zu schließen.
Interessant: Wideras Vorgänger Chris Förster (53) machte regelmäßig zwischen einer und zwei Millionen Euro Miese. Das wurde jährlich von Investor Roland Duchatelet ausgeglichen. Diese Zeiten sind vorbei …
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