Ballack & Bayern’s Karl: Exclusive Column | Football News

„Meine Bayern“ heißt die Kolumne von SPORT BILD-Reporter-Legende Raimund Hinko, die sich mit dem deutschen Rekordmeister befasst. Hinko begleitet den FC Bayern seit Jahrzehnten.

Liebe Bayern-Fans,

wenn mich etwas am Fußball nervt in den vergangenen Wochen, dann ist es die doofe Frage, wo denn nun in der Rückrunde Jamal Musiala (22) spielen solle, wenn er sich von seiner schweren Verletzung erholt hat. Und wo denn der sensationelle Aufsteiger Lennart Karl (17) sich einpendeln wird, der momentan neben der angestammten Rechtsaußen-, auch die 10er-Position bekleidet, die von Musiala eben. Eine überflüssige Diskussion. Ich stelle mir doch auch nicht die Frage, ob ich auf Wasser verzichten kann, wenn ich Brot esse. Oder umgekehrt: Ob ich mich vom Wasser allein ernähren kann? Darf ja gern anstatt des Wassers auch Bier oder Wein sein, anstatt des Brots Lebkuchen oder Gänsebraten mit Kartoffelknödel, schmatz.

Als in den 50ern der Europacup der Landesmeister erfunden wurde, der Vorgänger der Champions League, und es mit Real Madrid fast immer denselben Titelträger gab (welch herrliche Parallele zur Bundesliga), war unter Diktator Franco die Frage verboten, ob das argentinische Genie Di Stefano wertvoller ist oder der ungarische Torjäger Puskas. Die Fans liebten einfach beide. So einfach kann das sein, solange Karl liefert und liefert, wie eben auch sein schlaues, unbekümmertes 1:0 beim 2:2 gegen Mainz. So unbeantwortet blieb die Frage, wie Musiala den Tabellenletzten zerrupft hätte, weil er immer noch in der Reha steckt (das Foul von Torwart Donnarumma stößt zu Weihnachten, dem Fest der Liebe, besonders bitter auf).

Selbst die härtesten Kritiker des Landes werden bei Musiala und Karl zu frommen Lämmchen. Wie bei Sky, wo Musiala-Fan Lothar Matthäus immer verliebt sein wird in das dribbelnde, sich schlängelnde Genie. Didi Hamann staunt und staut, wenn Karl kaltschnäuzig die Weltklasse-Männer Harry Kane und Michael Olise in den Schatten stellt.

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Quelle: BILD

Man stelle sich mal vor, zum teuersten Spieler der Bundesliga (Musiala wird bei Transfermarkt de. immer noch mit 140 Millionen gehandelt) gesellt sich mit Karl (noch bei gut 20 Millionen, Tendenz rasend steigend) ein zweiter Weltklasse-Mann auf dem Markt. 200 Millionen für die beiden sind an Ablöse nicht illusorisch. Zumal dann noch Michael Olise im Falle eines Verkaufs bei 130 Mio läge, die 75 Millionen für den 32-jährigen Harry Kane nur die Hälfte des praktischen Werts ausdrücken. Die Bayern hätten rein theoretisch mit einem Schlag wieder ein Festgeld-Konto, wo selbst die Engländer oder ihre Scheichs mit dem Fernrohr ein Ende nicht erkennen könnten. Und wo ein Nick Woltemade aus Newcastle oder ein Florian Wirtz aus Liverpool, ihren verregneten Städten, heulend, bettelnd zur Säbener Straße 51 pilgern, um ein Dach über den Kopf zu bekommen. Die Armen, die.

Dennoch gibt es immer wieder Zweifler, wie Mario Basler, dem Karl mit 17 einfach noch zu jung ist. Im „Doppelpass“ von Sport1 bekräftigte der Kettenraucher (schon in jungen Jahren nach zwei Bier das Herz auf der Zunge schaukelnd), dass Talente heutzutage zu schnell hochgejubelt werden. Dennoch gefällt auch ihm der kleine Karl. Wobei er einschränkt: „Ich glaube trotz allem, dass er sich in München nicht durchsetzen wird. Ich glaube, da fehlt einiges an Größe. Für diese Größe von 168 Zentimetern kann er nichts.“

Ex-Weltstar Michael Ballack (49) berät Bayern-Juwel Karl

Ex-Weltstar Michael Ballack (49) berät Bayern-Juwel Karl

Foto: FC Bayern München

Basler verstummte jedoch, als bei dieser Thematik plötzlich auch Frauen mitredeten. So war im Münchner Merkur zu lesen. „Es kommt bei Männern nicht immer auf die Größe an…“ Neben zwei Kollegen war für den Artikel eine taffe Autorin am Werk … Die drei erfuhren, dass sich Karl durchaus zu wehren weiß. Als er sich nach seinem Tor zur 2:1-Führung gegen Sporting Lissabon den Zeigefinger an die Lippen hielt, wollte er sagen, Basler solle schweigen. Und sein Berater Michael Ballack, Frauenschwarm, immerhin 1,90 Meter groß, sagte: „Ich halte eine schützende Hand über ihn. Er ist sehr fleißig, arbeitet an sich, geht noch zur Schule.“

Übrigens (oh Gott, beinahe hätte ich es vergessen): Der Vertrag mit Manuel Neuer muss um vier Jahre verlängert werden…

Marcus Cole

Marcus Cole is a senior football analyst at Archysport with over a decade of experience covering the NFL, college football, and international football leagues. A former NCAA Division I player turned journalist, Marcus brings an insider's understanding of the game to every breakdown. His work focuses on tactical analysis, draft evaluations, and in-depth game previews. When he's not breaking down film, Marcus covers the intersection of football culture and the communities it shapes across America.

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