Er ist derzeit der beste Millionen-Entwickler der Bundesliga. Frankfurts Erfolgstrainer Dino Topmöller (44) schafft das, was Jürgen Klinsmann (61) als Bayern-Coach mal angekündigt hatte: Seine Spieler jeden Tag besser zu machen.
Die prominentesten Beispiele: Omar Marmoush (26) kam ablösefrei, ging für 80 Mio. Euro zu Manchester City. Hugo Ekitike (23) kam für 20 Mio., brachte jetzt 90 Mio. von Liverpool ein.
Das Besondere: Trotz der Star-Verkäufe packte Eintracht erstmals über die Liga die Champions-League-Qualifikation. Vor dem Auftakt gegen Galatasaray Istanbul packt Toppmöller im BILD-Podcast „Phrasenmäher“ aus.
Toppmöller im Gespräch mit Phrasenmäher-Moderator Henning Feindt
► Das Geheimnis hinter Musialas Meister-Tor!
Von 2021 bis März 2023 war Toppmöller Co-Trainer von Julian Nagelsmann (38) bei Bayern, machte mit Jamal Musiala (22) immer wieder Einzeltraining. Das wichtigste Musiala-Tor bisher (zur Meisterschaft in der 89. Minute in Köln 2023 aus 16 Metern ins lange, rechte Eck) hat Toppmöller, der kurz zuvor gehen musste, mit ihm einstudiert.
Toppmöller: „Den Abschluss haben wir gefühlt 1000 Mal geübt. Ich habe das Tor natürlich total gefeiert. Die Jungs haben mich nach dem Spiel direkt per FaceTime aus der Kabine angerufen und sich bedankt. Das war ein geiler Moment. Zwei Monate später hatte ich als Dankeschön auch die Meistermedaille im Briefkasten liegen. Das zeigt dir einfach, dass du ein auch paar Dinge richtig gemacht hast.“
Auch er musste Bayern verlassen: Toppmöller erfuhr per Push-Nachricht vom Aus
► Welche Streiche er seinem Trainerteam spielt!
Toppmöller: „Meinem Co-Trainer Xaver Zembrod habe ich gerade erst mit Tesafilm den Infrarot-Sensor unter der Maus am Computer zugeklebt, die dann nicht mehr funktioniert hat. Bei Bayern habe ich ihm auch mal PET-Flaschen an seine Anhängerkupplung gebunden, wie bei einer Hochzeit. Xaver selbst fiel das erst auf, als die Security an der Säbener Straße ihn darauf hinwies, nachdem er die Tiefgarage verlassen hatte… Und von Stefan Buck habe ich mal die Autoschlüssel versteckt. Er musste sich einen Ersatzwagen organisieren, um nach Hause zu kommen. Da sind schon witzige Geschichten dabei.“
► Warum er wegen eines Champions-League-Spiels seine Abmahnung erhielt!
2001/2002 spielte Toppmöller in Bochum. Vater Klaus erreichte mit Leverkusen das Champions-League-Finale gegen Real (1:2). Beim Halbfinal-Auswärtsspiel bei Man United (2:2) war Toppi jr. vor Ort, obwohl er beim VfL in der Nachwuchsrunde spielen sollte. Folge: eine Abmahnung von Trainer Peter Neururer (70).
Toppmöller: „Ich wollte mir das Spiel in Manchester nicht nehmen lassen, war zuvor auch drei Wochen verletzt und nicht fit genug, um zu spielen. Emotional war es in dem Moment die richtige Entscheidung, aus Sicht eines Profis war es mit Sicherheit die falsche. Und das bereue ich im Nachhinein, weil ich als Trainer von meinen Jungs auch Professionalität verlange.“
Dino Topmöller (44) ist seit Juni 2023 Trainer bei Eintracht Frankfurt
► Dass er Wetten mit Spielern abschließt!
Toppmöller bot Marmoush im Sommer vor seinem Wechsel eine Wette an: „Ich sagte ihm, dass er in der neuen Saison Torschützenkönig wird und in der Lage ist, locker über 20 Tore zu schießen. Wenn man sieht, wie er bis zu seinem Wechsel im Winter unterwegs war (15 Tore, 10 Vorlagen in 17 Spielen), hätte er es zu 100 Prozent geschafft.“
Wie viele Wetten laufen aktuell mit Spielern? Er lacht: „Ich muss noch ein paar abschließen, damit ich auch mal eine verliere. Letzte Saison habe ich mit Arthur Theate gewettet und gesagt: ,Du schießt kein Tor!’ Er hat dann zwar ab und an mal aufs Tor geschossen, aber keinen Treffer erzielt. Am Ende gab es eine schöne Reisetasche für mich. Vielleicht lasse ich Arthur mal einen Elfmeter schießen, um ihm einen Gefallen zu tun (lacht).“
► Wie er von seinem Bayern-Aus erfuhr!
Am 23. März 2023 wurden Nagelsmann und seine Assistenten bei Bayern beurlaubt. Toppmöller: „Das war mit Sicherheit ein brutal harter Moment, der sich inhaltlich auch total falsch angefühlt hat. Wir waren auf dem Weg, drei Titel einzusammeln – die Meisterschaft und den Pokalsieg hätten wir uns auf jeden Fall zugetraut, mit Manchester City hatten wir im Champions-League-Viertelfinale das schwerste Los, aber hätten es auch packen können. Ich war am Nachmittag noch auf dem Trainingsplatz mit Thomas Müller, mit Sven Ulreich und mit Bouna Sarr. Abends haben sich die Ereignisse dann überschlagen. Irgendwann habe ich die Nachricht bei BILD als Schlagzeile gelesen. Das war wie in einem Film und ich dachte: Okay, wo ist hier die versteckte Kamera?“
Vom Verein hatte sich bis dahin niemand bei Toppmöller gemeldet: „Ich habe dann erst mal mein Handy ausgemacht, weil ich einfach meine Ruhe haben wollte. Als ich es wieder angemacht habe, hatte ich schon einen Anruf vom Verein, die mich informieren wollten – das war aber auf jeden Fall nach der Schlagzeile.“
Von Juli 2021 bis März 2023 war Dino Toppmöller (r.) Co-Trainer beim FC Bayern unter Julian Nagelsmann
Wie hat sich das angefühlt? „Natürlich ist man erst mal am Boden zerstört, weil man so eine gute Beziehung zu vielen im Klub hatte. Dass wir in der Saisonphase, die für alle am meisten Spaß macht, weil es dann um die Titel geht, dann so gehen müssen – das habe ich bis heute nicht verstanden. Am Ende musst du es aber akzeptieren. Es ist dann auch ein Moment, der dich als Persönlichkeit noch mal wachsen lässt.“
► Ob er sich Bayern als Cheftrainer zutraut!
Toppmöller: „Es geht nicht darum, ob man sich Bayern zutraut, oder nicht. Wenn du siehst, was Eintracht Frankfurt für ein besonderer Klub ist, fühle ich mich hier einfach genau richtig und total wohl. Mega-Tradition, unfassbare Fans, eine brutale Energie. Wir sind gerade auf dem Weg, das ganz Besonderes zusammen zu gestalten. Und damit meine ich jetzt nicht nur eine Spielzeit, sondern vielleicht eine Ära, die wir prägen können und da habe ich ehrlicherweise viel mehr Bock drauf.“
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