Es ist kein unbekanntes Phänomen,dass ein Fußballer,der in der fußballbegeisterten Stadt Frankfurt schnell Karriere gemacht hat,in eine noch größere Fußballmetropole wechselt. Was jedoch neu ist, ist die gelassene Reaktion Frankfurts auf diesen Schritt, besonders im Vergleich zur Geschichte von Randal Kolo Muani, der nach seinem Wechsel nach paris noch immer von vielen kritisch beäugt wird.
Zugegeben, Kolo Muani und sein Team haben sich mit ihrem Verhalten nicht gerade mit Ruhm bekleckert.Dennoch war es bemerkenswert,wie die Omar-Marmoush-Geschichte am Freitagabend in Frankfurt gefeiert wurde: mit einem emotionalen,fast schon kitschigen Happy End nach dem 2:0-Sieg gegen den Verein aus Dortmund,einer Stadt,die zwar noch fußballverrückter ist,aber derzeit nicht mehr ganz so erfolgreich.
Wie es für die Eintracht weitergeht, bleibt abzuwarten. Für die Verantwortlichen,die keine Glaskugel besitzen,war es sicherlich eine schwierige Entscheidung: die sportlichen Möglichkeiten,die mit Marmoush in dieser saison bestanden hätten,gegen die finanziellen sicherheiten eines Transfers,der auch ohne Champions league einen Millionenbetrag einbringt,den man nicht jeden Tag verdient.
Dabei sollte man nicht vergessen, dass genau dieses Geschäftsmodell den Fußballstandort Frankfurt wieder auf die Landkarte gebracht hat. Egal, wie die Geschichte weitergeht, es ist wichtig zu betonen, wie erfolgreich sie bisher war.
Die Eintracht hat einen eigenen weg eingeschlagen
Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen um eine faire Verteilung der Fernsehgelder ist die Eintracht eine der erfolgreichsten Mannschaften der letzten Jahre: Sie hat es geschafft, einen dritten Weg zu finden, der sowohl sportlichen als auch finanziellen Erfolg sichert.
Es geht nicht darum, bestehende Vermögenswerte zu nutzen oder von undurchsichtigen Mechanismen im Rahmen der 50+1-Regel zu profitieren.
Vor achteinhalb Jahren gelang es Eintracht Frankfurt, den erneuten Abstieg in der Relegation knapp zu vermeiden. Gleichzeitig war die Kritik an den festgefahrenen Strukturen der Liga bereits damals ein altbekanntes Thema – insbesondere in Frankfurt. Diese Geschichte ist so bemerkenswert, dass sie den Heribert-Bruchhagen-Preis für fantastische Literatur verdient hätte.
Zugegeben, auch Glück spielte eine Rolle. Hätte jemand den Erfolg von Marmoush vorhergesagt, wäre dies wohl als unseriös abgetan worden. Doch in Fragen der Transfers und Personalentscheidungen kann sich Eintracht Frankfurt auf eine alte Sportweisheit berufen: Glück ist oft das Ergebnis von Können.
Was die Frankfurter besonders auszeichnet, ist ihr offensiver Geist – sowohl auf dem Spielfeld als auch abseits davon. Es ist kein Zufall, dass der Verein zu den Pionieren der Digitalisierung gehört. Ebenso bemerkenswert ist der Erfolg der Frauenmannschaft, die als Tabellenführer in die Rückrunde startet, trotz der Dominanz der Teams aus München und Wolfsburg. dies ist ein Zeichen für eine vielversprechende Zukunft.
Dennoch könnte die Bundesliga insgesamt von einer wirtschaftlichen Neuausrichtung profitieren. Doch wenn sich Städte wie Köln oder Hamburg fragen, ob sie wieder zu den großen Fußballmetropolen aufsteigen können, lautet die Antwort aus Frankfurt: Warum nicht?
Wie man zu solchen Transfers steht: Sie haben dazu beigetragen, dass die Eintracht heute zu den Top-Adressen im deutschen Fußball gehört.