Wie Roger Federer sein bereits außergewöhnliches Spiel weiter verbesserte, bleibt eines der faszinierenden Kapitel der modernen Tennisgeschichte. Obwohl der Schweizer Maestro bereits fast alles im Herrentennis gewonnen hatte, als Ivan Ljubicic Ende 2015 als neuer Trainer in sein Team eintrat, gelang dem langjährigen Weltranglistenersten eine bemerkenswerte sportliche Evolution. Im Spätherbst seiner Karriere passte Federer nicht nur seine Schlägergröße und seinen Spielstil an, sondern optimierte auch seine Rückhand, verkürzte die Ballwechsel und maximierte seine Effizienz auf dem Platz.
Der Wendepunkt Ende 2015 und die Verpflichtung von Ivan Ljubicic
Als Roger Federer im Dezember 2015 die Zusammenarbeit mit dem ehemaligen kroatischen Profi Ivan Ljubicic bekannt gab, befand er sich an einem kritischen Punkt seiner Laufbahn. Nach mehreren Jahren ohne Grand-Title-Titel und anhaltenden Duellen mit Top-Rivalen wie Novak Djokovic suchte Federer nach neuen Impulsen. Ljubicic, der als Spieler für seinen harten Aufschlag und seine präzise einhändige Rückhand bekannt war, brachte eine taktische Klarheit ein, die Federers ohnehin schon reichhaltiges Repertoire schärfte.
Anstatt das bewährte Grundkonzept komplett umzuwerfen, konzentrierten sich die beiden auf die Optimierung von Detailfragen. Der Fokus lag vor allem auf der Aggressivität beim Aufschlag, der Verkürzung der Ballwechsel durch konsequentes Netzspiel und einer entschlosseneren Ausführung der Rückhand – insbesondere gegen die gefürchteten hohen Bälle von Rafael Nadal auf Sand und Hartplatz.
Die technische Evolution der einhändigen Rückhand
Die vielleicht auffälligste Veränderung in dieser späten Phase betraf Federers berühmte, aber anfällige einhändige Rückhand. Während er zuvor gegen Spieler mit starkem Topspin oft in die Defensive gedrängt wurde und den Ball tief hinter der Grundlinie spielen musste, suchte er fortan den Ball früher zu treffen.

Durch den früheren Treffpunkt und den bereits zuvor vollzogenen Wechsel zu einem größeren Schlägerkopf mit 97 Quadratzoll profitierte Federer von einem größeren Sweetspot. Dies verlieh seinen Schlägen mehr Länge und Härte, selbst wenn er unter Druck stand. Die Rückhand entwickelte sich von einem reinen Defensiv- oder Vorbereitungsschlag zu einer echten Waffe, die Gegner direkt unter Druck setzte.
Aggressivere Taktik und verkürzte Ballwechsel
Mit zunehmendem Alter wurde das Energiemanagement für Federer zu einem entscheidenden Faktor. Ljubicic und das gesamte Trainerteam, zu dem weiterhin Severin Lüthi gehörte, erkannten, dass der Schweizer die kräftezehrenden Marathon-Matches vermeiden musste, um gegen jüngere Topspieler wie Djokovic und Andy Murray bestehen zu können.
Die Lösung war ein noch kompromissloseres Auf-und-An-Spiel. Federer verkürzte die Ballwechsel drastisch, suchte nach dem Aufschlag sofort den Weg ans Netz oder beendete den Ballwechsel mit einem schnellen Winner. Diese taktische Neuausrichtung spiegelte sich eindrucksvoll in seiner Rückkehr nach einer sechsmonatigen Verletzungspause im Jahr 2017 wider, als er die Australian Open in Melbourne überraschend und auf dominant-aggressive Art und Weise gewann.
Nächster sportlicher Meilenstein
Die nächste offizielle Phase für Tennisfans und Historiker richtet sich auf die Bewahrung dieses Vermächtnisses, während Federer seit seinem Karriereende im September 2021 beim Laver Cup in London als Beobachter und Botschafter des Sports auftritt. Tennisliebhaber und Experten verfolgen weiterhin, wie seine taktischen Innovationen die heutige Generation prägen.
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