Es war das (wohl) größte Missverständnis des FC Bayern Basketball. Ende Oktober verpflichtete der Deutsche Meister Spencer Dinwiddie (32). Der NBA-Star war zuvor noch Stammspieler bei den Dallas Mavericks gewesen und sollte die Offensive der Münchner führen. Doch kurz vor Weihnachten kehrte Dinwiddie aus „persönlichen Gründen“ schon wieder in die USA zurück. Am 4. Januar wurde der Vertrag dann endgültig aufgelöst.
Dinwiddie fand bei den kriselnden Bayern nie eine klare Rolle, spielte okay und war zweitbester Werfer hinter Weltmeister Andi Obst (29). Konnte sich aber vor allem in der Euroleague nie wirklich in den Vordergrund spielen.
Im ersten Spiel unter dem reaktivierten Svetislav Pesic (76) kam Dinwiddie am 23. Dezember in der Königsklasse gegen Hapoel Tel Aviv gerade mal noch auf 9 Einsatz-Minuten (0 Punkte). Nicht zuletzt darum gab es Spekulationen, der Grund für seinen Abgang sei in Wirklichkeit der Trainerwechsel von Gordon Herbert (66) zum serbischen Altmeister gewesen …
Nun hat Pesic diese Gerüchte ein für allemal zerstreut.
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Trainer-Legende Svetislav Pesic verrät: Darum verließ NBA-Star Spencer Dinwiddie den FC Bayern Basketball
Rund einen Monat nach seinem Amtsantritt gab er dem serbischen Portal „Mozzart Sport“ das erste große Interview, seit seiner Rückkehr auf die Trainerbank. Darin spricht er auch sehr offen über den Dinwiddie-Abgang.
Dessen Abreise habe auch die Offiziellen des FC Bayern überrascht, verrät Pesic. „Er hatte (Sportdirektor) Dragan Tarlac vor dem Spiel gegen Hapoel über einen familiären Notfall informiert. Seine Frau war über Weihnachten nach München gekommen, musste aber wegen der Krankheit ihres Vaters sofort wieder abreisen. Auch er musste wegen der Krankheit seiner Mutter abreisen. So kam es, dass er innerhalb von nur zwei Tagen abreisen musste.“
Die Bayern telefonierten danach mehrmals mit Dinwiddie, dessen Familie in Los Angeles lebt. Pesic: „Wir haben ihn zweimal gefragt, wann er zurückkommen könne, um uns zu entscheiden. Beim zweiten Mal hieß es dann endgültig, dass er bleiben müsse, um sich um seine Mutter und auch um den Vater seiner Frau zu kümmern. Leider traf all das Spencer und seine Familie, und in gewisser Weise auch uns.“
Als Ersatz verpflichteten die Bayern daraufhin Nenad „Neo“ Dimitrijević (27). Pesic bei „Mozzart Sport“: „Ich mag ihn sehr, ich kenne ihn noch aus meiner Zeit beim FC Barcelona, wo er in der Jugend von Joventut Badalona spielte und anschließend eine erfolgreiche Karriere hinlegte.“ Doch auch er konnte bei Bayern bislang nicht überzeugen. Pesic nimmt ihn jedoch in Schutz: „Es ist schwierig, einen Spielmacher in ein neues Team zu integrieren. Aber ich glaube an Dimitrijević.“