Russlands Krieg gegen die Ukraine, er macht auch vor dem Tennis nicht halt.
Seit dem Überfall vor vier Jahren nutzen ukrainische Profis wie Marta Kostyuk (23) und Elina Svitolina (31) ihre Prominenz, um ihr Heimatland zu unterstützen, und sorgen mit dafür, dass der Krieg und seine für die Ukraine verheerenden Folgen nicht in Vergessenheit geraten. Bei den Australian Open in Melbourne kam nun mit Oleksandra Oliynikova (25) eine weitere Stimme hinzu. Die Nummer 92 der Welt griff die belarussische Weltranglisten-Erste Aryna Sabalenka (27) direkt an.
„Das brutale Verhalten der Weltranglistenersten, Aryna Sabalenka, hat viele empört. Trotzdem tut die Belarussin, die ohne Flagge spielt, weiterhin so, als wisse sie nichts vom Krieg in der Ukraine. Sie verstehe nicht, warum ihr die ukrainischen Spielerinnen nach dem Match nicht die Hand geben. Und, wie man sagt, existiere für sie nur der Sport, alles andere sei ihr egal“, schrieb sie in ihren sozialen Medien. In Melbourne fügte sie hinzu, dass Sabalenka Aufrufe von Belarus-Präsident Alexander Lukaschenko (71) unterzeichnet habe, auch wenn das zwei Jahre vor dem Krieg war.
Nun reagierte Sabalenka. Angesprochen auf die Aussagen der Ukrainerin sagte sie: „Ich habe darüber schon oft gesprochen. Ich wünsche mir Frieden, und wenn ich etwas ändern könnte, würde ich das auf jeden Fall tun.“ Schon nach Kriegsausbruch 2022 sagte sie auf BILD-Nachfrage in Paris bei den French Open: „Wenn ich könnte, würde ich den Krieg sofort beenden.“ Auch könne sie derzeit Lukaschenko, ein Freund von Russlands Staatschef Wladimir Putin (74), nicht unterstützen. Mehr gibt es von ihr nicht zu hören, damals, wie heute nicht. In Melbourne beendete sie die Fragen abrupt: „Ich habe nichts weiter zu sagen. Ich bin wegen des Tennis hier. Es ist ein Tennis-Turnier. Ich habe in der Vergangenheit schon genug gesagt und möchte hier einfach nicht über Politik reden.“ So bunt wie ihre Kleidung, so eintönig sind ihre Aussagen.
Auch Mirra Andreeva (18) wurde von Oliynykova namentlich attackiert. Sie habe sich von Putin auszeichnen lassen und so ihre Nähe zum System gezeigt. Die Russin blieb daraufhin schmallippig. „Jeder hat seine eigene Meinung. Ich möchte weder einen Spieler noch eine Person nach dem beurteilen, was sie sagt. Sie kann ihre eigene Meinung haben und sagen, was immer sie will.“
Oleksandra Oliynykova (25) griff massiv die Weltranglisten-Erste Aryna Sabalenka an
So lange der Krieg nicht zu Ende ist, wird die Eiszeit zwischen Ukrainern einerseits, und Russen und Belarussen andererseits bestehen bleiben. Ob mit Worten oder Gesten, wie den verweigerten Handschlägen der Ukrainer gegenüber den Sportlern des Aggressors.